Zur Geschichte unserer Schule


Die Geschichte des FSG in Kürze:

Neubau 1957 Neubau 1957 Neubau 1957 Neubau 1957Die Ursprünge des Friedrich-Spee-Gymnasiums gehen zurück auf das Jahr 1927, als das humanistische "Gymnasium des Kreises und der Stadt Geldern" an der Issumer Landstraße gegründet wurde. 

Aufgrund der steigenden Schülerzahl wurde das Schulgebäude allerdings im Laufe der Jahre zu klein, sodass 1957 mit der Errichtung eines neuen Gebäudes an der heutigen Friedrich-Spee-Straße begonnen wurde. 

Seit dessen Einweihung trägt unsere Namen des Jesuiten Friedrich Spee von Langenfeld (1591 - 1635), dem berühmten Barockdichter, Autoren geistlicher Lieder und Kämpfer gegen die Hexenverfolgung. Bis heute fühlen wir uns seinen Prinzipien der Toleranz und der menschlichen Würde verbunden. 

Das Schulgebäude wurde seit seiner Errichtung des Öfteren umgestaltet und erweitert, zuletzt 2002, als acht neue Klassenräume und Naturwissenschaftsräume errichtet wurden, sowie 2008 durch den Bau der Mensa. Heute können wir in 42 Klassenräumen und 19 speziell ausgestatteten Räumen (insbesondere für die Fächer Biologie, Chemie, Physik, Informatik, Erdkunde, Kunst und Fremdsprachen) unterrichten. 

Besondere Schwerpunkte sind dabei Mathematik und Naturwissenschaften sowie Literatur, Sprachen und Kunst. 
 

Die Geschichte des FSG im Detail
 

1927:

Dr. Georg LamayAus dem städtischen Progymnasium (1903-1927) geht das humanistische "Gymnasium des Kreises und der Stadt Geldern" hervor. Erster Schulleiter ist Dr.Georg Lamay (im Amt bis 1938; gestorben 1938). Am 8.September wird das neue Schulgebäude an der Issumer Landstraße (heute Weseler Straße) feierlich eingeweiht.

1929:

Ostern findet die erste Abiturientenentlassung statt, bei der fünfzehn Schülern das Zeugnis der Reife überreicht wird. Zu diesem Zeitpunkt sind an der Schule insgesamt vierzehn Lehrer tätig. Die erste "lebende" Fremdsprache ist Französisch. Von Untertertia (Klasse 8) bis Untersekunda (Klasse 10) wird englischer Ersatzunterricht erteilt. Wahlfreier Unterricht in Hebräisch und Englisch wird in Untersekunda (Klasse 10) und Oberprima (Klasse 13) angeboten. In der Obersekunda (Klasse 11) besuchen die Schüler freie Arbeitsgemeinschaften, die sich vor allem auf die Bereiche der alten Geschichte und der antiken Kunst erstrecken, während in der Unterprima (Klasse 12) die Fächer Deutsch, Latein, Griechisch, Französisch, Geschichte und Physik Gegenstand der freien Arbeitsgemeinschaften sind.

1932:

Der Kreistag des Landkreises Geldern beschließt am 4. Oktober, dem Gymnasium den Namen des amtierenden Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zu geben. Es trägt von nun an den Namen "Hindenburg-Gymnasium".

1933-1944:

Von der "Machtergreifung" Hitlers bis in die letzten Kriegsmonate finden neben dem regulären Unterricht zahlreiche nationalsozialistische Propagandafeiern und Gedenkstunden statt (Hitlers Geburtstag, Staatsjugendtag, Beteiligung an der Sonnenwendfeier der Hitlerjugend, Heldengedenkfeier, "Schillerfeier der NS-Kulturgemeinde" u.a.). Im Jahre 1937/38 gehören von 213 Schülern des Gymnasiums 207 verschiedenen NS-Verbänden (u.a. HJ, SA) an.

1937:

Am 20. März benennen die NS-Machthaber das bisherige humanistische Gymnasium in "Oberschule für Jungen" um.

1938:

In der Nacht vom 9. auf den 10. November wird auch -wie überall im Deutschen Reich- die Synagoge in Geldern in Brand gesteckt, ohne dass es zu nennenswerten Protesten kommt. Das Schicksal der Juden und damit auch der ehemaligen jüdischen Schüler des Gymnasiums in Geldern ist damit besiegelt.

Dr. Wolf1939:

Dr. August Wolf wird zum Schulleiter ernannt (im Amt bis 1945; gestorben 1957).
 

1939/40:

Die Klassen 1-5 der bischöflichen Liebfrauenschule werden der "Hindenburg-Oberschule, Kreisoberschule für Jungen" angegliedert. Es besuchen nun 238 Jungen und 86 Mädchen die Schule.

1939-1945:

Im zweiten Weltkrieg fallen viele ehemalige Schüler des Gymnasiums oder werden als vermisst gemeldet (allein in den Jahren 1939-1942 sind es 27).

1945:

Am 14. Februar wird die Gelderner Innenstadt von einem Bombenangriff schwer getroffen und in ihrer historischen Bausubstanz weitgehend vernichtet. Erst am 15. Oktober wird der Unterricht am Gymnasium im Schulgebäude am Westwall wieder mit allen Klassen aufgenommen.

1945-1947:

Die Schule ist wieder - wie schon vor der NS-Zeit - ein humanistisches Gymnasium, aber jetzt mit neusprachlichem Zweig für Jungen und "Lyzeum" für Mädchen.

Dr. Franzen1946:

Schulleiter wird Dr. Carl Franzen (im Amt bis 1957; gestorben 1965).
 

1952:

Nach den Osterferien wird das so genannte Mädchengymnasium vom so genannten Kreisgymnasium für Jungen getrennt.

1955:

Die Schülerzahl ist mittlerweile auf etwa 500 angewachsen, da die Schule zunehmend Oberstufenschüler der Progymnasien Kevelaer, Goch, Xanten und Rheinberg aufnimmt. Die Räumlichkeiten des Schulgebäudes an der Weseler Straße reichen nun nicht mehr aus, so dass der Schulleiter die Errichtung eines Neubaus beantragt.

1957: Neubau des FSG (Fertigstellung 1959)

Neubau 1957 Neubau 1957 Neubau 1957 Neubau 1957

Am 11.12.1957 beginnt der Neubau unserer Schule. Der Text der Urkunde für die Grundsteinlegung, in lateinischer Sprache abgefasst, lautet:

Hier, wo Wall und Graben deine Vorfahren schützten,
Geldern, wo die Herrscher des Volkes dich schirmten,
wollen wir ehrfürchtig pflegen, was unsere Väter
uns zur Bewahrung anvertraut:
Immer Gott lieben,
der Himmel und Erde regiert, griechischen Geist
und römische Tatkraft uns aneignen, uns in Kunst
und Wissenschaft, der Musen Gaben, versenken,
damit aus diesem Hause hervorgehen charaktervolle
und vaterlandsliebende Persönlichkeiten.

Dr. Karl KellerDr. Karl Keller wird zum Schulleiter ernannt (im Amt bis 1981).

1959:

Am 14. März findet die feierliche Einweihung des Neubaus Am Werk (heute Friedrich-Spee-Straße) statt. Die Schule trägt von nun an den Namen Friedrich-Spee-Gymnasium.

1968:

Zu Beginn des Schuljahres 1968/69 wird mit 32 Schülern ein so genannter F-gymnasialer Zweig mit fachgebundener Hochschulreife eröffnet. Die Schüler kommen von Realschulen und Berufsfachschulen. Der politische und gesellschaftliche Diskurs der späten sechziger Jahre erfasst nun auch die Schülerschaft des FSG, wie die Ansprache des Vertreters der Abiturientia zur Abiturientenentlassungsfeier 1968 bezeugt:

"(...) Wir, vor allem die junge Generation, dürfen nicht einfach in die Umwelt hineinwachsen, sondern müssen sie mitprägen! Jedoch dürfen wir dabei nicht die Mitmenschen zwingen wollen. Denn gerade das werfen wir ja der älteren Generation und dem Spießbürgertum vor allem vor, daß es uns unter seine Gesetze zwingen will, wobei nicht Rechtsverordnungen gemeint sind, sondern Gesetze, die die Verhaltensweise betreffen, sowie Denkschemata, in die wir uns einzwängen lassen sollen. (...)"

1969/70:

In diesem Schuljahr kommt es zum ersten Schülerstreik in der Geschichte des FSG. Anlass ist die Umsetzung des Numerus clausus an den deutschen Universitäten.

1970/71:

Die Arbeiten für den Erweiterungsbau der Schule werden aufgenommen, da die sprunghaft gestiegenen Schülerzahlen (1968: 727 Schüler in 29 Klassen) sogar zu einer Auslagerung von zwei Oberstufenklassen in das nahe Gebäude der Berufsschule geführt haben.

1973:

Am 28. April wird die neue Sporthalle des FSG feierlich eingeweiht.

1975/76:

Nach entsprechender organisatorischer und fachlicher Vorbereitung findet auch am FSG die Umsetzung der "Oberstufenreform" (differenziertes Kurssystem) statt.

Dr. Hans-Georg Schmitz1981:

Dr. Hans-Georg Schmitz wird zum Schulleiter ernannt (im Amt bis 2003).
 

1987:

Einführung der Koedukation an beiden Gelderner Gymnasien. Am FSG werden zu Beginn des Schuljahres 1987/88 23 Mädchen in die Jahrgangsstufe 5 aufgenommen.

Karl Kirchhart2003:

Karl Kirchhart wird zum Schulleiter ernannt.