Schule mit Courage trifft auf Tugendelf


Am Donnerstag, den 21.02.2019, besuchte der Direktor des Nachwuchsleistungszentrums vom VfL Borussia Mönchengladbach, Roland Virkus, das Friedrich-Spee-Gymnasium in Geldern. Die Borussia versucht wichtige Werte und Normen in den Alltag der Fussballspieler zu integrieren, ähnlich wie unser Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“.


Die Veranstaltung, die von den Schülerinnen und Schülern der 5. Klasse und der EF besucht wurde, begann mit einem einleitenden Kurzfilm über die Tugendelf des VfL. Die Schüler Nils und Cornelius aus dem SoWi-Leistungskurs leiteten die Schülerinnen und Schüler durch das Event und moderierten das Gespräch.

Herr Virkus hat vor 28 Jahren bei der Borussia angefangen, wo er sein Studium, das Training und die Trainerlizenz gleichzeitig absolvierte. Am FSG zeigte er vorab einen kurzen Film, wobei besonders deutlich wurde, dass der Verein wie eine zweite Familie agiert. Denn die Fohlen haben im Verein eine große Herde.

Der Direktor des NLZ ging daraufhin kurz auf den Verein, die Struktur, die wichtigen Personen und die Erfolge des Vereins ein und präsentierte stolz die aktuelle, durchschnittliche Zuschauerzahl des Borussiaparks, die bei ca. 52.000 Zuschauern liegt.

Wichtig sei vor allem, dass die Persönlichkeit gefördert, eine Identifikation geschaffen und Verantwortungsfähigkeit entwickelt werde. Und das bei jedem Spieler. Dafür bekämen die Jugendlichen Taschengeld, dürften Videospiele spielen und haben einen Gemeinschaftsraum für Normalität im Alltag. Auch die Bewältigung von Stress sei wichtig und könne geschult werden, daher sei es Roland Virkus wichtig, dass die Spieler schon früh von Psychologen und Ernährungsberatern begleitet werden.

Da die Spieler durch das viele Training sehr viel Schule verpassen, ist auch schulische Unterstützung gegeben, wie durch zum Beispiel Nachhilfe. Schwer werde es jedoch, wenn die Jugendlichen etwas abheben, da der Sport deren Job sei und sie das Ziel verfolgten, Profi-Spieler zu werden. Daher müssten sowohl die Trainer, als auch die wichtigen Personen, im Leben der Spieler, das Leben der Spieler so normal wie möglich gestalten, denn auch Bodenständigkeit gehöre dazu. Denn „es geht im Verein nicht um Geld oder Erfolg, sondern um Emotionalität“, so Virkus.

Nach diesem Vortrag leiteten die Q2 Schüler in ein Gespräch über und Cornelius Lois begann mit einer Frage nach Überschneidungen von Fussball und Schule. Darauf antwortet Herr Virkus, dass die Werte als Orientierung dienten und diese Werte verinnerlicht werden sollten. Dies unterstrich er mit einem Beispiel, in dem Nachwuchsspieler oft unpünktlich zum Training kamen. Daraufhin sollten die Spieler ein Lied einüben und vor knapp 700 Menschen vortragen.

In dem Fall habe das zwar geholfen, doch was macht man, wenn die Tugenden dennoch nicht akzeptiert werden? Ganz wichtig ist dem Direktor des NLZ, dass die Spieler weitere Chancen bekommen. Jedoch droht in letzter Instanz auch ein Ausschluss aus dem Team aufgrund von Fehlverhalten. Denn letztendlich kann das „Verhalten dem Erfolg im Weg stehen“, so Virkus.

Jeder Spieler setze sich Ziele, egal, ob die Ziele sportlich oder charakterlich sind, sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, Erfolg zu erzielen. Diese Ziele werden durch die „Bibel von Gladbach“ unterstützt. Das ist das Handbuch, in dem die Tugenden aufgelistet sind und erklärt werden, damit es keinerlei Definitionslücken gibt.

Auf die Frage wie das Prozedere bei Transfers von Spielern aussehe, antwortet Roland Virkus, dass auch dabei besonders auf die Werte geachtet werde. Das geschehe zuerst durch einen Internet-Scout, der zunächst viele Informationen über das Verhalten und die familiäre Situation einhole, und ein darauf folgendes Gespräch mit dem Trainer und dem Direktor, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, einen passenden Spieler zu holen.

Gladbach sei der erste Verein gewesen, der sich ernsthafte Gedanken über solche Werte gemacht habe und eine Tugendraute, bzw. eine Tugendelf erstellt hat. Das hätten andere Vereine bemerkt und sich bei der Borussia danach erkundigt, da es sich als sinnvoll herausgestellt habe. Nun hätten mehrere Vereine ein solches Konzept.

Eine wichtige Frage, die Cornelius Lois stellte, betrifft alle Schüler. Was können wir als Schule, als Schüler tun, um diese Werte zu verinnerlichen und unsere Ziele zu erreichen? Wir können uns „gegenseitig coachen“, als „eine Gemeinschaft“, „helfen, sich an Werte und Normen zu orientieren“, rät Roland Virkus. Dabei sei unsere Schule mit Courage ein großer Schritt in die richtige Richtung, und wenn die Schüler das Projekt gemeinsam weiterentwickeln, dann setzten sie es auch gemeinschaftlich um.

Daraufhin konnten die Schülerinnen und Schüler selber Fragen stellen, wobei hauptsächlich persönliche Dinge oder das nächste Fussballspiel der Fohlenelf das Interesse weckten.

Zum Schluss erzählte Herr Virkus noch zwei Anekdoten über berühmte Fussballspieler, die ebenfalls bei der Borussia groß geworden sind, womit er die Schülerinnen und Schüler sehr erheiterte.

Beendet wurde die Veranstaltung, indem Schulleiter Karl Kirchhart ein FSG-T-Shirt an Roland Virkus übergab und im Gegenzug ein signiertes Trikot von Gladbach erhielt.

Die Veranstaltung war sehr gelungen und hat gezeigt, dass Tugenden überall nützlich sind, sowohl in der Schule als auch im Fussballverein!

Text: Lena, EF
Foto: WK